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Wellnessproducts > TENS gegen Schmerzen

Morbus Sudeck

Selbst nachdem der Heilungsprozess von Knochenbrüchen oder Operationen an Armen oder Beinen abgelaufen ist, können nach einiger Zeit Schmerzen wiederkehren, die sich hartnäckig halten. Und nicht nur das: Sie äussern sich wie eine Entzündung, sind aber irgendwie doch keine.
© cirquedesprit - Fotolia.com
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Auch Lähmungserscheinungen möglich
Neben starken chronischen Schmerzen treten auch Versteifungen oder sogar Lähmungen der betroffenen Körperteile auf und sollten zweifellos unbedingt behandelt werden. Seit nunmehr 100 Jahren forschen daher Mediziner fieberhaft nach der genauen Ursache sowie Heilungsmöglichkeiten für diese eigenartigen Komplikationen, die um 1900 vom Hamburger Chirurgen Paul Sudeck beschrieben und mit Morbus Sudeck nach ihm benannt wurden. Morbus ist das lateinische Wort für Krankheit und wird in der Medizin oft mit dem Namen des Erstbeschreibers zusammen für die jeweilige Erkrankung verwendet.

Ausgehend von den Gelenken
Die diffusen, heftigen Schmerzen bei Morbus Sudeck können in der Nacht, bei Ruhe oder auch Bewegung auftreten. Die Wurzel der Schmerzen liegt in den Gelenken, meistens in den Händen oder Füssen, seltener in der Hüfte, Schulter oder im Knie. Frauen sind dabei etwas häufiger betroffen als Männer. Die Beschwerden können sogar jahrelang andauern.

Unterschiedliche Symptome
Die Zeichen der Erkrankung sind aber individuell verschieden, der Krankheitsverlauf kann bei jedem anders ablaufen. Es bleibt auch ein Rätsel, warum die Krankheit sogar bei der gleichen Art von Verletzung bei manchen Personen auftritt und bei anderen nicht, weshalb auch psychische Faktoren nicht ausgeschlossen werden. Es wurde beobachtet, dass Todesfälle, Krisen, Depressionen vor der Verletzung oder der Operation in Zusammenhang mit der Entwicklung von Morbus Sudeck stehen.

Gemeinsamer Nenner
Eine Gemeinsamkeit ist jedenfalls, dass Morbus Sudeck vor allem nach Operationen oder Verletzungen wie Knochenbrüchen, Prellungen, Verstauchungen oder auch Verbrennungen auftritt. Nur ganz selten wird Morbus Sudeck diagnostiziert, ohne dass eine solche Ursache vorliegt und relativ selten nach Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nervenerkrankungen. Die Schwere der Verletzung spielt dabei keine Rolle. Die ersten Anzeichen melden sich mit starken, brennenden Schmerzen im betroffenen Körperteil rund eine bis sieben Wochen nach der Operation oder der Verletzung.

Erste Anzeichen
Es wird eine Schwellung bemerkt, die Haut wirkt prall und teigig, auch eine Erwärmung der betroffenen Stelle und eine bläuliche, rötliche Verfärbung treten auf: Alles Anzeichen, die auf eine Entzündung hinzudeuten scheinen. Doch gibt es keine weiteren Zeichen dafür, dass eine Entzündung vorliegt. Sie zeigt sich weder im Blut, noch hat der Betroffene Fieber.

Folgenreiche Durchblutungsstörung
In der zweiten Phase kommt es aufgrund der Störung der Durchblutung zu einer Abkühlung der jeweiligen Körperstelle. So kann es auch vorkommen, dass zum Beispiel die Hand oder der Fuss gefühllos werden und im Vergleich zu dem jeweils gesunden Körperteil ein Temperaturunterschied vorliegt. Die betroffene Hand fühlt sich wärmer oder kälter an als die gesunde. Auch beginnt sich das Gelenk zunehmend zu versteifen und die Beweglichkeit ist nicht zuletzt aufgrund der Schmerzen stark eingeschränkt. Übermässiges Schwitzen wird ebenfalls beobachtet.

Später auch Muskelschwund und Lähmung
Kennzeichen für die fortgeschrittene Phase sind Muskel- und Gewebeschwund. Durch Lähmung kann es auch zum völligen Funktionsverlust des betroffenen Körperteils kommen. Nicht jeder Morbus Sudeck läuft allerdings in diesen Phasen ab. Es kann auch vorkommen, dass die Erkrankung mit einer Abkühlung beginnt oder sogar schon in der ersten Phase ausheilt.
Entzündetes Bindegewebe
Morbus Sudeck gilt somit als Entzündungserkrankung des Bindegewebes. Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die Schwierigkeit besteht aber neben den unterschiedlichen Symptomen auch darin, dass die Krankheit eher selten auftritt, nicht durch Labortests festgemacht werden kann und unter Umständen vom Arzt nur schwer als Morbus Sudeck erkannt wird. Auf jeden Fall müssen andere Erkrankungen, die mit Schwellungen einhergehen, zunächst ausgeschlossen werden. Mit Sicherheit können nur Spezialisten, Fachärzte oder die Schmerzklinik aufgrund der Beweglichkeit des Gelenks, dem Schwellungsgrad oder der Versteifung feststellen, ob es sich um Morbus Sudeck handelt.

Mitwirkung von freien Radikalen
Erst kürzlich wurde festgestellt, dass die Erkrankung Morbus Sudeck mit vermehrt freigesetzten Sauerstoffradikalen zusammenhängt. Durch einen Knochenbruch oder eine Operation kann die Zellmembran beschädigt sein und eine Störung des Zellstoffwechsels erfolgen. Bei Stoffwechselvorgängen ist die Bildung von 'freien Radikalen', d.h. Atomen oder Molekülen eine meist notwendige Begleiterscheinung. Wenn aber diese Moleküle ohne eine gezielte Funktion in die Zellflüssigkeit gelangen, können sie für den Körper gefährlich werden.

Kettenreaktion
Zu ihrer Eigenschaft zählt nämlich, sich mit allem möglichen zu verbinden, was ihnen begegnet. Das können Muskelzellen oder Gewebezellen sein. Dieser Vorgang kann sich auch noch dadurch steigern, dass bei der Zerstörung von Zellen durch freie Radikale weitere dieser Moleküle entstehen und somit eine Kettenreaktion ausgelöst wird. Das öffnet die Möglichkeit, durch geeignete Radikalenfänger die Ursache zu beheben. Allerdings wird nach einer solchen Lösungsmöglichkeit noch immer geforscht. Bis es zu einem Erfolgsergebnis kommt, gilt: je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser.

Behandlungswege
Eine Therapie zielt in erster Linie auf die Reduzierung der Schmerzen, die Behandlung der Entzündung und physiotherapeutische Massnahmen gegen die Lähmungserscheinungen ab. Sie muss aber aufgrund des jeweils unterschiedlichen Krankheitsverlaufs individuell angepasst werden. So kommen auch physikalische Behandlungsmethoden und Ergotherapie zum Einsatz.

Natürliche Behandlungsmethoden
Durch Kälte, Lymphdrainagen, schmerzfreie Lagerung oder auch eine Bindegewebemassage können die Beschwerden reduziert werden. Eine Behandlungsmethode aus dem Bereich der Naturheilkunde, die auch bei Morbus Sudeck eingesetzt werden kann, ist TENS - Transkutane Elektrische Nervenstimulation. Dieses Verfahren der Elektrotherapie wurde im Hinblick auf die Schmerzlinderung konzipiert. Sie ähnelt der Akupunktur, nur dass dabei die Haut nicht durchstochen wird.

Reizstromtherapie
Die Reize gelangen mittels Elektroden, die mit Gel oder Klebeplättchen auf der Haut fixiert werden durch die Haut an die Nerven. Die Wirkung basiert auf drei Prinzipien: zum einen wird durch sanfte Stromimpulse eine Art Gegenirritation hervorgerufen, die die aktuelle Schmerzinformation überdeckt. Ausserdem wird nach der 'Gate-Control-Theory' durch die Reizung bestimmter Nervenfasern die Weiterleitung der Schmerzinformation ans Gehirn blockiert. Weiters kann es durch die TENS zu einer vermehrten Ausschüttung der körpereigenen schmerzlindernden Stoffe wie Endorphine kommen. Diese sogenannten 'Glückshormone' tragen ebenfalls dazu bei, dass der Schmerz nicht mehr als solcher empfunden wird.

Möglichst nebenwirkungsfrei
TENS hat dabei den Vorteil, nichtmedikamentös und weitgehend nebenwirkungsfrei zu sein, ausserdem kann die Therapie nach anfänglicher Einweisung durch den Arzt auch vom Betroffenen selbst mehrmals täglich - je nach Bedarf - angewandt werden. Dazu braucht es eines der handlichen TENS-Geräte mit denen sich die Impulsdauer und -frequenz einstellen lassen, sowie die dazu passenden Elektroden und Elektrodenkabel. Eine Elektrotherapie mit niederfrequenten Strömen kann vor allem ab der fortgeschrittenen Phase oder bei chronischem Morbus Sudeck zur Anwendung kommen.
Publiziert am 17.09. von Eszter Langer